Konzeption

Kinderkrippe Wurzelmaus

Stand März 2020


1. Rahmenbedingungen

In der Wurzelmaus sind zwei Erzieherinnen und eine Kinderpflegerin tätig. Die Kinderkrippe ist eingruppig, bestehend aus 12 Kindern, ausgewogen geschlechts- und altersgemischt, im Alter von 1-3 Jahren. Die kleine Gruppengröße und die liebevoll gestalteten Räume schaffen für Kinder eine familiäre Atmosphäre.

 

1.2. Lage der Einrichtung

Die Einrichtung befindet sich in einer 85qm-3-Zimmerwohnung im Erdgeschoss eines Einfamilienhauses im kinderfreundlichen Stadtteil Neuhausen. Sie verfügt über folgende Räumlichkeiten: einen großen Gruppenraum, einen kombinierten Schlaf- und Bewegungsraum, eine komplett eingerichtete Küche, ein Bad, ein Büro und einen geräumigen Flur mit Garderobe. Ein Außengelände ist nicht vorhanden.

 

1.2. Öffnungszeiten

Unsere Kinderkrippe hat an folgenden Zeiten geöffnet:

Montag bis Donnerstag 7.30Uhr – 16.00 Uhr

Freitag 7.30Uhr – 14.00 Uhr

Damit wir gemeinsam in den Vormittag starten können, sollten die Kinder bis 9.00 Uhr gebracht werden. Auf Grund der Öffnungszeiten können Kinder ab 14.30 Uhr – 15.00 Uhr, d.h. vor der Brotzeit abgeholt werden oder danach ab 15.15 Uhr bis spätestens15.50 Uhr. Am Freitag beginnt die Abholzeit ab 13.30 Uhr bis spätestens 13.50 Uhr. Nach Absprache mit den Pädagoginnen ist es auch möglich die Kinder von Montag bis Donnersteg um 12.30 Uhr abzuholen, Freitag um 12.00 Uhr.

Die jährlichen Schließtage werden zu Beginn des neuen Krippenjahres bekannt gegebenen.

 

1.3. Pädagogisches Personal

Wir legen größten Wert auf Qualifikation. Das heißt für uns: Einschlägige Ausbildungsabschlüsse, soziale Kompetenz und laufende Fort- und Weiterqualifizierungen zum Erhalt der pädagogischen Qualität.


2. Bildungsauftrag

Unser Auftrag ist die Erziehung, Bildung und Begleitung von Kindern zwischen 1 und 3 Jahren. Wir stellen die Interessen, Sichtweisen und Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien ins Zentrum unserer Arbeit. Unsere Angebote sichern das körperliche, emotionale, soziale und intellektuelle Wohlbefinden der Kinder, sowie ihrer Entwicklung und Förderung. Grundlage unserer Arbeit ist der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan. Für die Umsetzung des Bildungsauftrages ist auch unser Raumkonzept wichtig: Um den Kindern ein großes und vielfältiges Angebot an Anregung und Möglichkeiten zur selbsttätigen Entwicklung zu bieten, ist es uns ein Anliegen, den Kindern die freie Bewegung in der gesamten Einrichtung zu ermöglichen. Die Räume sind kindgerecht und entsprechend unserer pädagogischen Ausrichtung gestaltet.


3. Inhaltliche Schwerpunkte

3.1. Unsere Basis

 

3.2. Eingewöhnung

Der Übergang aus der Familie in die Krippe bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung. Es muss sich während der ersten Tage und Wochen mit der neuen Umgebung vertraut machen und eine tragfähige Beziehung zur Pädagogin in der Gruppe aufbauen. Die Beteiligung der Eltern an dem Prozess der Eingewöhnung ist die wesentliche Grundlage unseres Eingewöhnungsmodells:

Die Mutter bzw. der Vater bleibt die ersten Tage zusammen mit dem Kind für ca. eine Stunde in der Gruppe. Sie/er verhält sich passiv, schafft jedoch eine „sichere Basis“, in die sich das Kind jederzeit zurückziehen kann, wenn es sich überfordert fühlt. Nach einem ersten kurzen Trennungsversuch am vierten Tag sollten sich dann Mutter oder Vater von Beginn der zweitenWoche an (nie an einem Montag) zunächst für kurze, allmählich länger werdende Zeiten verabschieden. Sie bleiben in der Krippe um notfalls zur Stelle zu sein, falls das Kind Probleme hat, die die Pädagogin noch nicht lösen kann. Im weiteren Verlauf der Eingewöhnung wird die Zeit individuell für das Kind passend verlängert, bis es schließlich am Mittagessen, dem Mittagsschlaf und der nachmittäglichen Brotzeit teilnimmt. Die Eingewöhnungszeit ist abgeschlossen, wenn sich das Kind im Ernstfall von der Pädagogin trösten lässt.

 

3.3. Portfolios

Wir legen für jedes Kind ein Buch an, um Informationen über das Kind und seine Entwicklungsschritte festzuhalten. Wir treten damit in intensiven Austausch mit den Eltern über den Entwicklungs- und Erziehungsprozess des Kindes. Wir dokumentieren bewältigte Entwicklungsschritte, ebenso werden Kompetenzen festgehalten, deren Erreichen dem Kind etwas bedeutet. Man kann immer erkennen, auf welche individuelle Weise das Kind diesen Schritt geschafft hat. Begleitet wird dies durch zahlreiche Fotodokumentationen, welche Eltern und auch Kinder jederzeit einsehen können. Die Portfolioarbeit beschreibt das Positive und basiert auf der Überzeugung, dass ein offener Austausch die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes ist.

 

3.4. Projektarbeit

Die Kinder gestalten in unserer Einrichtung ihre Lern- und Entwicklungsgeschichte weitestgehend selbst. Wir achten aufmerksam und sensibel auf die Interessensgebiete der Kinder, greifen ihre Fragen auf und lassen sie am Prozess des Lösungen- und Antwortenfindens so weit teilhaben, wie dieses nur irgendwie möglich ist. Unser Bild vom kompetenten Kind schließt mit ein, dass wir um die Motivation der Kinder wissen, sich selbsttätig ihr Lebensumfeld zu erschließen. So werden bei uns Themen der Kinder aufgegriffen und in gezielte Angebote geleitet.

Beschäftigungsangebote lassen den Kindern den Freiraum, sich auf ihre persönliche Weise mit den dargebotenen Materialien auseinander zu setzen. Von uns erhalten sie im demokratischen Dialog Unterstützung, Ermutigung, einen geschützten Raum und so viel Zeit, wie sie benötigen.

 

3.5 Montessori

Hilf mir es selbst zu tun –so lautet der Grundsatz der Montessori Pädagogik. Ziel ist die Entwicklung der Eigenkräfte der Kinder. Jedes Kind trägt bereits von Geburt an alle Möglichkeiten der Entfaltung in sich.

Die Montessori Pädagogik versteht sich als „Lernen durch Begreifen.“ Durch die freie Auswahl der angebotenen Montessori Übungen kann sich jedes Kind beliebig lang darin vertiefen. Durch diese freiwillige Konzentration und der ihm gegebenen Zeit wird das Kind zu einer tiefen inneren Zufriedenheit gelangen die für die positive Entwicklung wichtig ist.

 

3.6 Rituale und Tagesrhythmus

Kontinuität und Wiederholung in der Tagesgestaltung in der Kinderkrippe schaffen Verlässlichkeit und Einschätzbarkeit sowohl im Bezug auf die Erwartungen, die an das einzelne Kind gestellt werden, als auch im Bezug auf die situativen Umstände, die es zu erwarten hat. Die Kinder lernen durch diese einzelnen Tageselemente die Zeit einzuschätzen. („Heute kommt die Mama schon nach dem Essen.“). Auch für die jüngeren Kinder, deren Lebensrhythmus sich meist anders gestaltet als bei den älteren Kleinkindern, ist eine Hinführung zum regelmäßigen Tagesablauf wichtig. Durch Wiederholungen im Sinnes eines festen Ablaufs, zum Beispiel im pflegerischen Bereich (Wickeln, Essen, Anziehen), gewinnen die Kinder zunehmend an Selbstsicherheit und Orientierung. Diese wirkt sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung, ein positives Selbstkonzept und die eigene Selbständigkeit aus. Eines der wichtigsten Rituale ist das Ankommen in der Krippe, das eng verbunden ist mit dem Abschiednehmen von der häuslichen Bezugsperson. Wir beachten dabei die persönliche Stimmungslage jedes einzelnen Kindes, denn manche Kinder entwickeln ihre eigenen Abschiedsrituale, die von uns respektiert werden.

In der Gestaltung des Tagesablaufes wird in unserer Einrichtung auf Kontinuität und Wiederholung geachtet. Wir achten darauf, dass die zeitliche Abfolge von wichtigen Tageselementen nicht verändert wird: Die Kinder lernen durch diese einzelnen Tageselemente die Zeit einzuschätzen. („Heute kommt die Mama schon nach dem Essen.“). Auch für die jüngere Kinder, deren Lebensrhythmus sich meist anders gestaltet als bei den älteren Kleinkindern, ist eine Hinführung zum regelmäßigen Tagesablauf wichtig.

 

3.6.1. Morgenkreis

Jeden Tag gibt es nach dem Frühstück den gemeinsamen Morgenkreis, der mit einem Lied und der Begrüßung aller Anwesenden beginnt. Wir singen, reimen und spielen Kreisspiele. Dadurch nehmen sich die Kinder als Gruppenmitglied wahr und fühlen sich angenommen und willkommen.

 

3.6.2. Essen

Unsere gemeinsamen Mahlzeiten, Frühstück, Mittagessen und am Nachmittag eine kleine Brotzeit nehmen wir immer zur gleichen Zeit in unserer Küche ein. Beim Essen ist für einige Kinder der Sitzplatz von besonderer Bedeutung, ebenso wie das täglich wiederkehrende Tischsprüchlein, dass das gemeinsame Mittagessen einleitet.

 

3.6.3. Schlafen

Auch darf jedes Kind sein eigenes Einschlafritual haben, das zusammen mit der eingewöhnenden Bezugsperson auf die Krippensituation abgestimmt wird. So wird zum Beispiel die bekannte Einschlafmelodie oder ein Kuscheltier von uns eingesetzt, um dem Kind eine Atmosphäre zu bieten, in der es sich sicher, wohl und geborgen fühlen kann.

 

3.7 Partizipation

Den gemeinsamen Alltag von Kindern und Pädagoginnen gestalten wir partizipativ. Hierbei ist uns im täglichen Miteinander der Respekt, die Achtung vor dem Kind, Ruhe, Zeit und Vertrauen ganz besonders wichtig. Im täglichen Dialog geben wir den Kindern Raum für Themen die unsere Kinder beschäftigen, die aktuell sind oder auch Geschehnisse des Tages beinhalten. Die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen erfolgt ihrer Entwicklung entsprechend und bedeutet für uns, jedem eine Mitgestaltung am Alltag zu ermöglichen, z.B. Kissen für den Morgenkreis bereit zu legen, sich Materialien für ein selbst gewähltes Angebot zu holen oder beim Tischdecken zu helfen.

 

3.8. Schutzauftrag

Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen gehört zu den Pflichtaufgaben jeder Kita. Gesetzlich ist der Schutzauftrag im KJHG (SGB §8a) verankert. Das Recht auf Schutz ist uneingeschränkt auch im Verhältnis zu den eigenen Eltern und anderen sorgeberechtigten Personen. Der §8a konkretisiert diesen allgemeinen staatlichen Schutzauftrag als Aufgabe der Jugendämter, verdeutlicht die Beteiligung der freien Träger an dieser Aufgabe und beschreibt Verantwortlichkeiten. Der Träger stellt durch geeignete betriebliche Maßnahmen sicher, dass die Fachkräfte im Rahmen ihrer Tätigkeiten gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohls erkennen und entsprechend der Vorgaben reagieren.


4. Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

4.1. Eltern als Erziehungspartner

Bei einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Fachkräften und Eltern findet das Kind ideale Entwicklungsbedingungen vor. Es erlebt, dass Familie und Tageseinrichtung eine positive Einstellung zueinander haben und voneinander wissen, dass beide Seiten gleichermaßen an seinem Wohl interessiert sind, sich ergänzen und einander wechselseitig bereichern.

4.2. Austausch mit den Eltern

In unserer Einrichtung ist uns wichtig, dass Eltern und pädagogische Fachkräfte sich füreinander öffnen und wichtige Informationen, das Kind betreffend, austauschen und die Erziehungsziele und -stile aufeinander abstimmen. Wir legen großen Wert darauf, bei Erziehungsschwierigkeiten und Problemen uns gegenseitig zu unterstützen und miteinander zu kooperieren. Im Kontext einer solchen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft können wir u.a. aufklärend und unterstützend wirken, indem wir die Eltern z.B. über altersgemäße Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildungsangebote, Spiele oder Bücher informieren. Neben täglichen Tür- und Angelgesprächen finden regelmäßig

Eingewöhnungs-, Entwicklungs- bzw. Abschlussgespräche statt. Wichtig hierbei ist uns eine gute Gesprächsatmosphäre, Zeit und Ruhe, spürbares Interesse am Kind sowie an den Erfahrungen und Vorstellungen der Eltern. Es geht uns immer darum ein Vertrauensverhältnis aufzubauen bzw. zu erhalten und Genaueres über das Kind und dessen familiäres Umfeld zu erfahren. Das stellt für unsere Arbeit eine unerlässliche Voraussetzung dar.


5. Feste und Feiern

Einmal im Jahr, an seinem Geburtstag, steht das Kind im Mittelpunkt des Krippengeschehens. Das Kind bekommt eine selbst gebastelte Geburtstagskrone sowie eine von den Kindern gestaltete Geburtstagskerze. Eine Nikolaus- und Adventsfeier und ein Faschingsfest finden krippenintern statt. Auch Eltern, Großeltern und Geschwister haben die Möglichkeit an verschiedenen Festen in unserer Krippe teilzunehmen. So wollen wir gemeinsam das Laternenfest feiern, ebenso gibt es ein jährliches Sommerfest. Weitere projektgebundene Feierlichkeiten ergeben sich aus der Situation heraus.


6. Eine ganz besondere Art der Mobilität

6.1. Lastenräder statt Bollerwagen.

Auf Grund des Nichtvorhandenseins eines Gartens und der permanenten Suche nach Spielmöglichkeiten im Freien für Krippenkinder, konnten wir durch Spenden des Bezirksausschusses und der Münchner Bank Neuhausen den Bollerwagen durch zwei Elektro-Lastenräder ersetzen. Die Kinder haben so die Möglichkeit, sich mit vielen neuen Entdeckungsmöglichkeiten ihrer Umgebung und ihrer Natur auseinanderzusetzen. Außerdem wird bereits Krippenkindern ihre Zukunft nahegebracht, indem sie am technischen Wandel unserer Zeit teilhaben. Da die Einrichtung großen Wert auf das Erkunden und Entdecken der Natur und der Umwelt legt, finden die Ausflüge mit den Lastenrädern täglich und bei jedem Wetter statt.